Koritnica Verfasst am 2. September 2009 um 07:47 Uhr Gerade in Slowenien auf dem Campingplatz angekommen stellen wir schnell unsere Zelte auf. Ganz werden wir eh nicht fertig bevor ein Wolkenbruch runter kommt. Also schnell Zelte im Regen fertig aufgebaut und dann ab ins trockene. Es war aber nach einer halben Stunde alles genau so schnell wieder vorbei wie es angefangen hat und die Sonne sticht erbarmungslos runter. Was soll man mit dem restlichen Tag noch anfangen, es ist ja erst früher Nachmittag und so überlegen Dominik und ich was wir noch fahren könnten. Die entscheidung fällt zu gunsten der Koritnica die, wie auch die Soca ordentlich Wasser haben. Also schnell nach Bovec zum Permits besorgen. Aber siehe da, das TIC (Tourist Information Center) wird umgebaut. Ein Schild sagt dass es irgendwo in 50m Permits geben soll, nur wo ist die frage. Die andere Verkaufsstele (Prijoncenter) macht erst um 16 Uhr wieder auf und die zwei Stunden wollen wir nicht warten. Also wir grad ohne Permits wieder fahren wollten finden wir ein kleines Schild an der Tür am Raftcenter gegenüber vom TIC. Glück gehabt und gleich ein Wochenticket gekauft. Also hoch zum Einstieg der Koritnica, klamotten angezogen und Boote geschultert. Wir wissen, dass jetzt der eigentlich anstregenste Teil kommt, der Abstieg zum Bach, etwa 100 Höhenmeter und 15 minuten tragen. Unten angekommen wird man dafür aber gleich für alles entlohnt. Kaltes, Glasklares und viel Wasser. Also ab dafür und los geht der Ritt. Gleich am Anfang lag ein Baum quer zwischen zwei felsen, der ging zu Materialkosten rechts zum umfahren und dann einmal quer drüber und ins kehrwasser. Der blick über die Schulter war viel versprechend. Die schwerste Stelle der Koritnica liegt genau vor uns. Die bei dem Wasserstand wuchtige und walzige Einfahrt in die Niederklamm. Noch einmal kurz geschaut wo die besste fahrspur sein könnte aber man sieht nicht so runter. Ich sag noch zu Dominik: wir sehen uns im Kehrwasser beim großen felsen direkt vor der klamm. Und schon bin ich aus dem Kehrwasser draussen. am ersten Stein rechts vorbei, am zweiten links, zwei große Walzen mitgenommen und schon steh ich im Kehrwasser. Dominik wählt seine linie andersrum. am ersten Stein links und am zweiten rechts die sportliche Linie die er gerade so geschafft hat und einmal rüber und ohohoh, die schnelle strömung nicht geschafft zu queren und so gehts ohne schauen den Katarakt in Klamm runter. Ich schau ihm gemütlich nach und seh wie ihn das letzte Loch etwa einen Meter nach rechts versetzt und er sich mit einer 180 Grad drehung gerade noch an der Felswand vorbei kommt. Mir oben im Kehrwasser wird schon ganz anders: "Wie wirds mir da gleich gehen in einem Rodeoboot, wenns ihm schon so in nem "Geländewagen" (Necky Blunt) geht?". Aber gekniffen wird nicht. Also noch mal runter geschaut und die kleine Stufe zwischen den zwei Löchern anvisiert. Das gut am Zwo ist, er ist verdammt wendig und fährt da hin wo ich will. Rechts, links, rechts und einmal noch kräftig links ziehen und schon war ich in der Klamm. Ein spektakel an der schmalsten Stelle nur etwa einen Meter breit und bei dieser breite ein 90° Knick der in einem Kehrwasser endet das mehr als zur Hälfte in einem Felsen ist (aber keine Angst, keine unterspülungen). Danach gehts erstmal recht ruhig weiter. Immer nur wieder kleine Schwälle, und Felsen in jeder größe zwischen denen man durch muss. Kehrwasser: wenig bis keine. Das schlimmere Problem ist der Nebel der durch die Hitze sich bis etwa 2m über dem Wasser bildet. Teilweise hat man keine 30m gesehen so dicht war er. Zur überraschung kamen wir dann an einen Schwall den ich so letzte Jahr noch nicht kannte. Ein Paar großen Wellen und eine satte Walze am Ende. Danach kommt gleich nochmal eine nette Stelle. fast der gesamt Bach presst sich durch zwei Schräg zueinander stehenden Steinen bei denen wir das Jahr zuvor einige Schwimmer beobachten konnten. Ging aber alles ohne Probleme. Danach ist erst mal wieder nichts bis man zum pegel kommt. Hier wird künstlich gestaut und so ensteht eine schräge etwa 1m hohe rutsche mit teilweise gut haltender Walze. Kurz danach wirds wieder interessanter und der zweite Canyon (Straßenbrücke) taucht auf. Die einfahrt verändert sich jedes jahr. Gings letztes Jahr noch rechts am Steilhang runter wars jetzt die linke Seite, dafür war direkt unter der Brücke die Prallwand jetzt leicht zu umfahren. Die Klamm selber ändert auch immer wieder ihr Gesicht. Die ehemals fiese Stufe gibt es so nicht mehr. Nur noch eine kleines Loch, aber man muss durch. Einmal kräftig am Paddel gezogen, Nase nach oben und man ist drüber. Dann kann man sich erstmal wieder erholen und in der Klamm in einem Kehrwasser parken und die Klamm genießen. Es liegen einige schneeweisse Felsen im Bach die Meterhohen teils gewachsenen Felswände lassen teilwesie nur wenig licht von oben durch. Nach dieser netten Klamm geht es wieder ruhiger weiter, nur ein paar kleine Sandbankschwälle. Wenn man zu einer Hängebrücke kommt hat man den Ausstieg fast erreicht und es wird nochmal etwas schwieriger. Leider hat es den kleinen Katarakt nach dem Erdbeben vor einigen Jahren ganz schön ausgewaschen. Es gibt nur eine Stelle, die mit nem Spielboot etwas spass macht (siehe bildergallerie). Ansonsten geht es einfach nur gerade runter. Das letzte Kehrwasser macht noch spass, wenn man es direkt hinter dem felsen anfährt kann es einen evtl. einmal fast komplett versenken. Aber hier ist auch der ausstieg erreicht. Und obwohl wir immer wieder für einige Minuten im Kehrwasser gestanden sind und auch ein bischen gespielt haben, hat die 5km lange Fahrt inkl. runtertragen nur etwa eine Stunde gedauert. Alles in allem ein super Bach mit hohem Spassfaktor bei dem Wasserstand. Wir sind in 5 Tagen 5mal die Koritnica gefahren. Jeden Tag als "Quicki" vorm Abendessen ;) zu den Daten der Koritnica.
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